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    Sale 1364

    Swiss Art

    1 December 2008, Kunsthaus Zurich, Grosser Vortragssaal

  • Lot 99 A

    FERDINAND HODLER (1853-1918)

    Der Angler, um 1879

    Price Realised  

    FERDINAND HODLER (1853-1918)
    Der Angler, um 1879
    unten rechts signiert 'F. Hodler'
    Öl auf Leinwand
    26,5 x 37,5 cm


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    Das 'stimmungsvolle Landschaftsbild', wie das Gemälde im Katalog zur Ausstellung 'Der frühe Hodler/Das Werk 1870-1890' genannt wird, hat Ferdinand Hodler unmittelbar nach seinem Spanienaufenthalt im Jahr 1878/79 gemalt. Der Angler am Thunersee ist als Vorstudie zu einer fast drei Mal so grossen Komposition mit dem Titel Der Fischer bei der Schadau entstanden. Es war dieses Gemälde, das wir 1999 in eine bedeutende Schweizer Privatsammlung vermitteln konnten. Es unterscheidet sich von unserem insofern, als dass sich in jenem das Bildfeld nach links fortsetzt und damit am linken Rand zusätzlich das Schloss Schadau auszumachen ist.

    Das Werk ist im Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft, Zürich, unter der Nr. 43'699 als eigenhändige Arbeit von Ferdinand Hodler registriert.

    The 'atmospheric landscape', as the painting was called in the catalogue to the exhibition 'Der frühe Hodler/Das Werk 1870-1890' was painted by Ferdinand Hodler directly after his stay in Spain in 1878/79. Der Angler on Lake Thun, was produced as a preparatory study to a composition almost three times its size with the title Der Fischer bei der Schadau. This was the painting that we found in 1999 in an important Swiss private collection. It is different from the present work in that the pictorial field continues to the left and Schloss Schadau can also be made out on the left edge.

    The painting is registered as no. 43'699 with the Swiss Institute for Art Research, Zurich, as a genuine work by Ferdinand Hodler.

    Special Notice

    Buyers are reminded that the actual purchase price will be the sum of the final bid price plus 20% buyer’s premium and VAT of 8% on the premium, (as well as the hammer price). On lots marked with an * in the catalogue, VAT is added to the premium only


    Provenance

    Galerie Tanner, Zürich
    Emil und Alma Staub-Terlinden, Männedorf


    Pre-Lot Text

    DIE SAMMLUNG EMIL UND ALMA STAUB-TERLINDEN

    1890 erbte Emil Staub (1867-1929) in vierter Generation das Familien-Unternehmen in Männedorf, eine Gerberei und Fabrik technischer Lederartikel. Ursprünglich war der Familienbetrieb in der Baumwollfabrikation und Seidenweberei tätig. 1894 stellte Emil Staub seinen Betrieb auf die industrielle Ledererzeugung um. Die Riemenabteilung war damals eine der führenden in der Branche, nebst der Herstellung von Autoreifen aus Leder.
    Emil Staub heiratete 1903 Alma Terlinden (1883-1970), die Tochter von Heinrich Terlinden, Besitzer der Firma Terlinden & Co. in Küsnacht, einer Färberei und Fabrik für chemische Reinigung. Nach der Heirat gab Emil Staub den Auftrag zum Bau einer Villa im englischen Landhausstil, der Villa Alma, direkt am See vor der Fabrikanlage in Männedorf. In einem Schreiben an den Architekten schreibt der Bauherr: 'Das Äussere soll gediegen aber nicht grossartig sein, damit nicht herausfordernd gegen die Umgebung wirkt. Das Innere darf ohne Rücksicht auf die Öffentlichkeit ausgebaut werden...'
    Der Umzug in die neue Villa markiert gleichzeitig den Beginn einer leidenschaftlichen Sammeltätigkeit. Frankreich hat auf Emil und Alma Staub-Terlinden eine ganz besondere Faszination ausgeübt, die durch zahlreiche Reisen ins Land, aber auch durch die Vorliebe für französische Malerei belegt ist. Ab 1916 begann Emil Staub-Terlinden intensiv Werke französischer Impressionisten, Nachimpressionisten, der Nabis und Fauves zu sammeln. Gemeinsam mit seiner Frau trug er eine der bedeutendsten Privatsammlungen der französischen Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts in der Schweiz zusammen. Bereits 1926 wurde die Sammlung in der Fachzeitschriftt 'L'Amour de L'Art' gewürdigt. Als Emil Staub-Terlinden 1929 starb, beinhaltete seine Sammlung, nebst vielen anderen Kunstgegenständen, 59 erstklassige Gemälde. 1931 schrieb der Kunsthistoriker Erwin Poeschel über die einzigartige Kunstsammlung in der Zeitschrift 'Das ideale Heim':
    'Ein Ensemble französischer Kunstwerke von hohem Niveau. (...) Mit dem Erwerb der ersten Stücke aber wuchs bei dem Besitzer die Freude an dieser neu sich erschliessenden Welt, und so entstand im Zeitraum von wenigen Jahren eine Kollektion, die in einer sorgfältig ausgewählten Reihe etwas von der Entwicklung der französischen Kunst seit Delacroix transparent werden lässt. (...) Ja es ist wirklich fast aufs Jahr genau ein Säkulum französischer Malerei, das hier dargestellt wird, denn das früheste Stück, ein Corot, stammt aus der Zeit um 1830, während das jüngste, ein Picasso, dem Jahr 1925 angehört.'

    Weitere Werke aus der Sammlung von Emil und Alma Staub-Terlinden werden in unserer Auktion 'Impressionist and Modern Art Day Sale' vom 5. Februar 2009 in London angeboten.


    THE COLLECTION OF EMIL AND ALMA STAUB-TERLINDEN

    In 1890 Emil Staub (1867-1929) inherited the family business in Männedorf, a tannery and leather goods factory which had been in existence for four generations. The family's interest had originally been in cotton production and silk weaving, but in 1894 Emil Staub moved into industrial leather production. The section producing leather straps was at the time one of the leaders in its field, alongside the production of leather car tyres.
    In 1903 Emil Staub married Alma Terlinden (1883-1970), daughter of Heinrich Terlinden, the owner of Terlinden & Co., a dye house and chemical cleaning factory in Küsnacht. After the wedding Emil Staub commissioned the building of a villa in the style of an English country house, Villa Alma, directly on the lakeside in front of the factory complex in Männedorf. In a letter to the architects Emil Staub wrote: 'Das Äussere soll gediegen aber nicht grossartig sein, damit nicht herausfordernd gegen die Umgebung wirkt. Das Innere darf ohne Rücksicht auf die Öffentlichkeit ausgebaut werden... (The exterior should be dignified but not grandiose, in order not to clash with the surrounding area. The interior can be constructed without regard for the opinion of others.)'
    The move to the new villa marked the start of an intensive process of collecting. France held a unique fascination for Emil and Alma Staub-Terlinden, which, together with their passion for French painting, accounts for the numerous trips they made. From 1916 Emil Staub-Terlinden began to amass a collection of works by French Impressionists, Post-Impressionists, the Nabis and the Fauves. Together with his wife he assembled one of the most important private collections of French 19th and 20th century art in Switzerland. By 1926 the collection was already acknowledged in the professional Journal 'L'amour de L'Art'. When Emil Staub-Terlinden died in 1929 his collection contained 59 masterpieces, alongside many other works of exceptional quality.

    More works of art of the collection from Emil and Alma Staub-Terlinden will be offered in the 'Impressionist and Modern Art Day Sale', 5 February 2009 in London.


    Literature

    Carl Albert Loosli, Ferdinand Hodler, Mappenwerk, Zürich 1919-20, Abbildung Nr. 20
    Ewald Bender, Die Kunst Ferdinand Hodlers, Bd. I, Zürich 1923, Nr. 74, S. 81, S. 301, S. 139 mit Abbildung
    Hans Mühlestein/Georg Schmidt, Ferdinand Hodler, Sein Leben und sein Werk, Zürich 1983, S. 162
    Marcel Baumgartner, Ferdinand Hodler, Die Sammlung Thomas Schmidheiny, St. Gallen 1998, SIK Katalog, Schweizer Museen und Sammlungen Nr. 15, S. 32-34, S. 34 mit Abbildung


    Exhibited

    Pfäffikon, Seedamm-Kulturzentrum, Der frühe Hodler, 11. April-14. Juni 1981, Nr. 50, Katalog S. 139 mit schwarz-weiss Abbildung, S. 56 mit Farbabbildung