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FERDINAND HODLER (1853-1918)
FERDINAND HODLER (1853-1918)

Bezauberter Knabe, um 1909

Details
FERDINAND HODLER (1853-1918)
Bezauberter Knabe, um 1909
unten rechts signiert 'F. Hodler'
Oel auf Leinwand
50 x 31 cm
Literature
vgl. Jura Brüschweiler, Ferdinand Hodler und sein Sohn Hector, in: Neujahrsblatt der Zürcher Kunstgesellschaft 1966/67, S. 28-29
Jura Brüschweiler, Ferdinand Hodler Fotoalbum, Bern 1998, S. 31
vgl. Karoline Beltinger, Das Hilfsmittel Pause, in: Kunsttechnologische Forschungen zur Malerei von Ferdinand Hodler, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, Zürich 2007, S. 132

Lot Essay

Ferdinand Hodler ist laut Jura Brüschweiler in der Schweiz und vermutlich auch in Europa der Künstler seiner Generation, welcher am meisten fotografiert wurde. Darüber hinaus bewahrte Hodler Fotografien seiner Nächsten und Freunde, Kollegen, Modelle und Kritiker auf, so dass im Laufe seines Lebens eine kleine Fotosammlung entstand. Neben dem biografischen, psychologischen, historischen und dokumentarischen Interesse bilden diese Fotografien eine unvergleichbare Quelle für die schweizerische Kunstgeschichte und insbesondere für die Hodler-Forschung, zumal der Maler einige Fotografien als Vorlage für Gemälde verwendete. Dies trifft auch auf unser Gemälde 'Bezauberter Knabe' zu, das um 1909 entstanden ist. Als Vorlage dürfte dem Maler die Fotografie seines Sohnes Hector gedient haben (siehe Abbildung). Auf die Rückseite der Fotografie notierte Hodler 'Hector im Alter von 7 Jahren'. Hector kam am 1. Oktober 1887, als Sohn von Augustine Dupin und Ferdinand Hodler zur Welt. Augustine war die erste ständige Gefährtin Hodlers und lernte den Maler nach ihrer Rückkehr von Madeira, wo sie als Haushälterin tätig war, in Genf kennen. Hodler heiratete allerdings nicht Augustine, sondern vermählte sich 1889 mit einer jungen Frau aus La Chaux-de-Fonds, Bertha Stucki, von der er sich zwei Jahre später wieder scheiden liess.
Die Hauptfassung des 'Bezauberten Knaben', die Hodlers Sohn Hector auf einer Blumenwiese zeigt, befindet sich im Kunsthaus Zürich und entstand um 1893/94. Aus derselben Zeit stammt eine im Genfer Musée d'art et d'histoire aufbewahrte Fassung mit dem Knaben auf einem Weg. Davon abhängig sind vier weitere Fassungen, welche die Wegsituation nur noch andeuten. Diese Werke, darunter auch das vorliegende, sind aus stilistischen Gründen etwa fünfzehn Jahre später zu datieren, wohl zur Zeit der grossen Nachfrage nach Hodler-Gemälden seitens deutscher Kunsthändler und Sammler.

Das Werk ist im Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft in Zürich unter der Nr. 81'467 als eigenhändige Arbeit von Ferdinand Hodler registriert und wird in den Oeuvrekatalog 'Ferdinand Hodler. Die Gemälde' aufgenommen.


According to Jura Brüschweiler, Ferdinand Holder is Switzerland's and probably also Europe's artist of his generation who was photographed the most. In addition, Hodler kept photographs of his family and friends, colleagues, models and critics and created a little photographic collection during his lifetime. Apart from their biographic, psychological, historical and documentary significance, those photographs are an incomparable source for Swiss art history and especially for the research of Hodler, particularly as the artist used some of the pictures as masters for his paintings. This also applies to Ferdinand Hodler's painting 'Bezauberter Knabe' created around 1909. The artist most probably used a photograph of his son Hector as a master (see illustration). On the back of the picture he noted 'Hector at the age of seven'. Hector was born on 1 October 1887 to Augustine Dupin and Ferdinand Hodler. Augustine was Hodler's first steady companion. She met the painter in Geneva after returning from Madeira, where she had worked as a housekeeper. In 1889 however, Hodler did not marry Augustine but a young woman from La Chaux-de-Fonds, Bertha Stucki, whom he divorced again two years later.

The painting is registered as no. 81'467 with the Swiss Institute for Art Research, Zurich, as a genuine work by Ferdinand Hodler and will be included in the Catalogue Raisonné 'Ferdinand Hodler. Die Gemälde'.
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